Brieven
De laatste aanwinst in mijn boekenkast ligt voor mij: de briefwisseling tussen Rainer Maria Rilke en Marie von Thurn und Taxis, verschenen in twee banden bij Insel, Leipzig en Niehans & Rokitansky, Zürich in 1951. Een briefwisseling die voor dit weblog niet zonder betekenis is: niet alleen is Rilke onze huisdichter, hij is ook de naamgever van deze site, met dank aan Marie von T. und T. Op het Italiaanse slot Duino, in bezit van Marie von Thurn und Taxis, begon Rilke in 1912 aan zijn tien Duineser Elegien. Volgens het titelblad: Aus dem Bezitz der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe.
En dan nu de brieven. Rilke wordt ook wel de laatste grote briefschrijver van de Europese literatuur genoemd. Je hoeft maar even door het boek te bladeren om te begrijpen waarom:
Ach, meine verehrte Fürstin, es wird immer ärger mit meiner Langsamkeit, jetzt erst schreibe ich Ihnen. Als ich herkam schneite es, nun ist der Flieder fast vorüber, der Roth- und Weißdorn bevölkert sich mit Blühten, und im vollen Grünsein der Kastanien werden morgen oder übermorgen die blühenden Städte und Thürme stehen: was hat die Natur alles gethan. Und was thun die Menschen alles, – ich weiß nicht, was sie thun, aber sie sehn größtentheils beschäftigt aus oder wenigstens verliebt, sie sind in Bewegung, ich bin sicher, sie leisten allerhand, sie spielen ihre Rollen, sie schreiben Briefe, und dabei bleibt noch Zeit übrig, zähe Zeit, auf die sie laut loshauen wie auf einen Clown, um sie nur loszuwerden. Mich überholt alles, mir kommt fortwährend Zeit zuvor, ich seh ihr in den Rücken wie ein Nachtzügler, wie ein Marodeur; zum Teufel, wann wird das aufhören?
(10.05.1911)

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